Dose & Kreislauf
Wasser in der Dose: warum Dose?
Wasser in der Dose: was beim Pfand gilt, wie viele Dosen zurückkommen, was über Mikroplastik und BPA bekannt ist – und was die Kritiker sagen.
Acqua Reaper gibt es in sechs Sorten, alle in der 330-ml-Dose. Warum Wasser in der Dose? Auf dieser Seite stehen die Fakten zu Pfand und Rückgabe, zu Mikroplastik und Bisphenol A – und auch, was das Umweltbundesamt an Einwegverpackungen kritisiert. Wir werben dabei bewusst nicht mit Umweltversprechen, sondern nennen Zahlen und Quellen.
Pfand: mindestens 25 Cent je Dose
Seit dem 12. August 2026 regelt das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG) das Einwegpfand; es hat das Verpackungsgesetz abgelöst. Die wichtigsten Punkte:
- Auf Einweggetränkeverpackungen wird ein Pfand von mindestens 0,25 Euro einschließlich Umsatzsteuer erhoben – auf jeder Handelsstufe bis zum Endkunden.
- Die Verpackungen müssen gut sichtbar als pfandpflichtig gekennzeichnet sein, und die Hersteller müssen sich an einem bundesweit einheitlichen Pfandsystem beteiligen.
- Ausnahmen, etwa für Säfte, Milch oder Wein, gelten nicht für Getränkedosen. Damit ist jede Getränkedose mit 0,1 bis 3 Litern pfandpflichtig, die in Deutschland an Endkunden verkauft wird.
- Im Laden müssen Schilder mit dem Wort „EINWEG“ darauf hinweisen, dass diese Verpackungen nach der Rückgabe nicht wiederverwendet werden.
Auf jeder Acqua-Reaper-Dose sind 0,25 Euro Pfand, auf einem Tray mit 24 Dosen 6,00 Euro.
Wo du Dosen zurückgeben kannst
Wer Getränke in Einwegverpackungen verkauft, muss leere Verpackungen derselben Materialart kostenlos zurücknehmen und das Pfand erstatten – also Dosen überall dort, wo Getränkedosen verkauft werden. Läden mit weniger als 200 Quadratmetern Verkaufsfläche müssen nur Verpackungen der Marken zurücknehmen, die sie selbst führen. Ohne Rückgabe der Verpackung gibt es kein Pfand zurück.
Beim Kauf im Onlineshop muss der Händler Rückgabemöglichkeiten in zumutbarer Entfernung sicherstellen, und der Hinweis „EINWEG“ muss auch dort erscheinen, wo die Getränke angeboten werden. Bei Getränkeautomaten gilt dasselbe für die Rückgabe in der Nähe des Automaten.
Wie viele Verpackungen zurückkommen
Das Einwegpfandsystem in Deutschland betreibt seit Mai 2006 die Deutsche Pfandsystem GmbH (DPG), gegründet von Handel und Ernährungsindustrie. Nach eigener Bilanz liegt die Rücklaufquote bei 96 Prozent und mehr. Jährlich laufen rund 20 Milliarden Verpackungen durch das System, mehr als 1.000 Unternehmen sind angeschlossen. Jedes Jahr werden rund fünf Milliarden Euro Pfand zwischen Herstellern und Händlern verrechnet. Damit niemand Pfandzeichen fälscht, hat die DPG mit der Bundesdruckerei eine Sicherheitskennzeichnung entwickelt; das Pfandemblem dürfen nur zertifizierte Druckereien drucken.
Zurückgenommene Einwegverpackungen müssen nach dem Gesetz einer Verwertung zugeführt werden.
Die Kritik: Mehrweg aus der Region schneidet besser ab
Das Umweltbundesamt (UBA) ist eindeutig: Mehrwegflaschen aus der Region sind aus seiner Sicht die erste Wahl. Es rät, auf Einwegflaschen und Dosen zu verzichten und Wasser aus dem Hahn zu trinken. Glas-Mehrwegflaschen können laut UBA bis zu 50-mal, PET-Mehrwegflaschen bis zu 20-mal wiederbefüllt werden.
Vom gesetzlichen Ziel ist Deutschland weit entfernt: 2021 wurden in den pfandpflichtigen Getränkesegmenten 42,6 Prozent der Getränke in Mehrwegverpackungen abgefüllt, das Ziel lag bei 70 Prozent.
In einer Ökobilanz von 2024 kommt das UBA zu dem Ergebnis, dass die Umweltwirkung von Einwegverpackungen vor allem vom Gewicht der Verpackung und vom Anteil an recyceltem Material abhängt. Bei der Aluminiumdose ist das Optimierungspotenzial aus der Verpackung selbst mit 10 bis 15 Prozent etwas geringer als bei Glas, PET und Getränkekarton mit rund 20 bis 30 Prozent.
Wir nehmen diese Kritik ernst. Deshalb nennen wir unsere Dose nicht umweltfreundlich, sondern sagen, was sie ist: eine pfandpflichtige Einwegverpackung.
Mikroplastik: Flasche, Glas oder Dose?
Mikroplastik wurde in Getränken aus allen Verpackungsarten gefunden. Die französische Lebensmittelbehörde ANSES fand 2025 in Glasflaschen meist mehr Partikel als in Plastikflaschen, Kartons oder Dosen – vermutlich von der Farbe der Kronkorken. Wasser lag in allen Verpackungen im niedrigen Bereich. Eine deutsche Studie fand 2018 Mikroplastik in Mineralwasser aus jeder untersuchten Verpackung. Frei von Mikroplastik ist also keine Verpackung. Die Einordnung der Studien und ihre Grenzen stehen in unserem Ratgeber Mikroplastik: Flasche, Glas oder Dose.
Bisphenol A in Dosen
Getränkedosen sind innen beschichtet. Bisphenol A (BPA) wurde unter anderem für Epoxidharze in solchen Beschichtungen verwendet. Die EU hat BPA in Lebensmittelkontaktmaterialien mit der Verordnung (EU) 2024/3190 ab dem 20. Januar 2025 verboten. Für die meisten Produkte galt eine Übergangsfrist bis zum 20. Juli 2026, für Obst-, Gemüse- und Fischkonserven bis zum 20. Juli 2028. Mehr dazu folgt im Artikel Bisphenol A in Dosen.
Was die Dose praktisch ausmacht
- Maße und Gewicht: Eine Dose ist 5,8 × 5,8 × 14,5 cm groß und wiegt laut Produktspezifikation 0,35 kg. Ein Tray mit 24 Dosen misst 36 × 24 × 15 cm und wiegt 8,60 kg.
- Portion: 0,33 l sind genau eine Portion, damit nichts angebrochen stehen bleibt.
- Inhalt: Still und Sparkling sind Tafelwasser; Pink Grapefruit, Lime & Mint und Citrus sind Wasser mit natürlichem Aroma ohne Zucker und ohne Süßstoff; Energy – schwarze Johannisbeere, Granatapfel ist ein Energy Drink ohne Zucker und ohne Süßstoff.
Welche Regeln die neue EU-Verpackungsverordnung bringt, erklärt unser Artikel EU-Verpackungsverordnung PPWR.
Häufige Fragen
Wie viel Pfand gibt es auf eine Dose?
Mindestens 0,25 Euro einschließlich Umsatzsteuer je Dose. Bei Acqua Reaper sind es 0,25 Euro je Dose und 6,00 Euro je Tray mit 24 Dosen.
Wo kann ich Pfanddosen zurückgeben?
Überall dort, wo Getränke in Dosen verkauft werden. Läden unter 200 Quadratmetern müssen nur die Marken zurücknehmen, die sie selbst führen.
Werden Pfanddosen recycelt?
Zurückgenommene Einwegverpackungen müssen einer Verwertung zugeführt werden. Die Rücklaufquote im deutschen Einwegpfandsystem liegt laut DPG bei 96 Prozent und mehr.
Ist Wasser aus der Dose besser als aus der Flasche?
Pauschal nicht. Das Umweltbundesamt empfiehlt Mehrwegflaschen aus der Region und Leitungswasser. Bei Mikroplastik lagen Dosen in einer französischen Studie oft unter Glasflaschen, Wasser war aber in allen Verpackungen wenig belastet.
Ist in Getränkedosen Bisphenol A?
BPA ist in Lebensmittelkontaktmaterialien in der EU seit dem 20. Januar 2025 verboten; für die meisten Produkte galt eine Übergangsfrist bis zum 20. Juli 2026.
Was bedeutet das Schild „EINWEG“ im Laden?
Es zeigt, dass diese pfandpflichtigen Verpackungen nach der Rückgabe nicht wiederverwendet werden. Wiederverwendbare Getränkeverpackungen werden mit einem Schild „MEHRWEG“ gekennzeichnet.
Seit wann gilt das VerpackDG?
Seit dem 12. August 2026. Es hat das Verpackungsgesetz abgelöst und setzt die EU-Verpackungsverordnung in deutsches Recht um.
Quellen
- Acqua Reaper: Produktspezifikationen, 14.09.26.
- Acqua Reaper: Produktetikett Still & Sparkling, 08/26.
- Acqua Reaper: Produktetiketten, Stand 07/26.
- Acqua Reaper: Produktetikett Energy Blackcurrant, Stand 07/26.
- Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 207: Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG), §§ 46, 47; Inkrafttreten 12.08.2026, ausgegeben 17.07.26. recht.bund.de
- Bundesvereinigung der Ernährungsindustrie (BVE): 20 Jahre Einwegpfand: Wie Deutschland das größte Pfandsystem der EU aufgebaut hat, 07.08.26. ernaehrungsindustrie.de
- Umweltbundesamt: Mehrwegflaschen sind umweltfreundlicher als Einwegvarianten, Stand 16.03.26. umweltbundesamt.de
- Umweltbundesamt: Anteil von Getränken in Mehrwegverpackungen leicht gesunken, 19.02.24. umweltbundesamt.de
- Umweltbundesamt (TEXTE 124/2024): Ökobilanzielle Analyse von Optimierungspotentialen bei Getränkeverpackungen – Abschlussbericht, 2024. umweltbundesamt.de
- ANSES (Frankreich): The caps of glass bottles contaminate beverages with microplastics, 06/25. anses.fr
- Schymanski D, Goldbeck C, Humpf HU, Fürst P – Water Research 129 (2018): Analysis of microplastics in water by micro-Raman spectroscopy: Release of plastic particles from different packaging into mineral water, 2018. doi.org
- Europäische Kommission (Access2Markets): EU-Verbot der Verwendung und des Handels mit Bisphenol A ab dem 20. Januar 2025, abgerufen 16.09.26. trade.ec.europa.eu
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